Geschichte

Zur Geschichte des Jugendhof Steinkimmen

Das Gelände des Jugendhofes Steinkimmen wurde 1941 von der deutschen Reichskanzlei erworben und einem Ingenieur samt einem darauf erbauten Gebäude überlassen. Ab 1942 wurden im Hauptgebäude des Jugendhofes Treibstoffe für Raketen entwickelt. Der Eigentümer verkaufte 1951 Grundstück und Gebäude an den Landesfürsorgeverband (Oldenburg). Mit Unterstützung der Länder Niedersachsen und Bremen, des Bundes und der amerikanischen McCloy-Stiftung wurde in den Folgejahren eine Jugendbildungsstätte aufgebaut.
 

1956 ging die Bildungsstätte in das Eigentum eines in der Zwischenzeit gegründeten Vereins, dem „Jugendhof Steinkimmen e.V.“, über. Zunächst diente der Jugendhof der LehrerInnenfortbildung sowie der Aus- und Fortbildung von JugendgruppenleiterInnen. Im Rahmen des Re-Education-Programms der Alliierten sollte eine demokratische Jugendarbeit initiiert werden. Von 1952 bis in die Gegenwart wurde die Bildungsstätte baulich erweitert. Entsprechend den sich ändernden gesellschaftlichen Bedingungen wechselte auch der Jugendhof Steinkimmen seine inhaltliche Arbeit. Lag in den 60er Jahren der Schwerpunkt auf der Jugendbildung mit Auszubildenden und Schülern, so wurden seit dem Ende der 80er Jahren andere Zielgruppen und Inhalte ins Programm aufgenommen.
 

 


Die Schülerarbeit wurde fortgesetzt und teilweise mit neuen Schwerpunkten versehen. Neu entwickelt wurden Seminare mit Familien, Medienseminare oder die feministische Mädchenarbeit. Parallel dazu wurde als neuer Schwerpunkt die Ausbildung von Jugendgruppenleitern eingeführt. Ebenfalls seit Mitte der 80er Jahre wurde der Fortbildung von Sozialarbeitern und Jugendgruppenleitern begonnen und es begann ein Austausch mit Israel und Polen.
Zu den meisten Aktivitäten wurden Veröffentlichungen in Form von Fachzeitschriften oder Büchern angefertigt.
 

 

 


2005 wurde die eigenverantwortliche pädagogische Arbeit des Jugendhof Steinkimmen nach 53 Jahren abgebrochen, als das Land Niedersachsen die institutionelle Förderung eingestellt hatte und alle Pädagogen und ein Teil des Verwaltungs-, technischen und hauswirtschaftlichen Personals entlassen wurde. Nachdem 2005 die Landesmittel gänzlich gestrichen wurden, folgte eine Zeit des Bangens um den Fortbestand des Jugendhofs.
 

 

Seit 2007 ist es dem Landkreis Oldenburg gemeinsam mit dem Europa-Zentrum Nordwest gelungen, den Jugendhof mit einem neuen tragfähigen Konzept zu erhalten. Der Jugendhof wird jetzt durch eine gemeinnützige GmbH, die VIASOL (Vereinte Integrations- und Arbeitssysteme Oldenburg-Land) betrieben. Bei der VIASOL steht die Finanzierung des Jugendhofs Steinkimmen jetzt auf zwei Beinen:
 

 

Zum einen werden auf dem Gelände des Jugendhofs Qualifizierungen für arbeitslose junge Menschen des Landkreises angeboten. Mittels dieser Qualifizierung arbeitsloser Jugendlicher des Landkreises werden die Gästehäuser des Jugendhofes modernisiert. Dabei erwerben die jungen Erwachsenen Fachkenntnisse in so genannten Qualifizierungsbausteinen. Sie lernen verschiedene Ausbildungsberufe kennen und können sich die erworbenen Kenntnisse auf die ausgewählte Ausbildung anrechnen lassen.
 

 

Gleichzeitig werden im Seminarhaus weiterhin Bildungsangeboten für Schüler und Auszubildende angeboten. Hier werden die alten Ansätze z. B. in der Medienarbeit, dem internationale Austausch sowie der Arbeit mit Behinderten fortgeführt. Auch wurde das Programm um neue Angebote in den Bereichen Berufsorientierung und soziale Kompetenzen erweitert. Eine häufige Belegung durch Gastgruppen auch an den Wochenenden macht den Jugendhof wieder zu einem lebendigen Ort der Begegnung für Jugendliche und Erwachsene.